BUNDESINITIATIVE INTEGRATION UND FERNSEHEN

27 Apr 2014 Projekte | Archiv Keine Kommentare

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Hintergrund

Auf der Grundlage einer vom Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg über ESF-Mittel geförderten Projektarbeit wurden in den letzten Jahren am ZKM|Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft die Nutzungsmöglichkeiten des Fernsehens, insbesondere des Unterhaltungsfernsehens, für Bildungszwecke erforscht. Dabei richtet sich die Projektarbeit in erster Linie auf die Vermittlung der den eigentlichen Bildungsaktivitäten zugrunde liegenden Wertvorstellungen und biografischen Orientierungen. Bei bisherigen arbeitsmarkt- und bildungspolitischen Maßnahmen wurde stillschweigend die Bildungsbereitschaft der Zielgruppen vorausgesetzt und an die Eigenverantwortung appelliert bzw. Sanktionen angedroht. Ein Appell an die Eigenverantwortung kann jedoch erst erfolgen, wenn die entsprechenden wertbezogenen Voraussetzungen vorliegen. Die Generierung von diesen Voraussetzungen bei den so genannten “bildungsfernen” Personengruppen ist eine der zentralen Aufgaben zugunsten einer Realisierung des “lebenslangen Lernens” und der “Wissensgesellschaft”. Die negativen Wirkungen von bestimmten Fernsehformaten auf deren Zuschauer wurden bereits vielfach untersucht. Aus unserer Sicht gilt es jedoch die Wirkungen, z.B. von Soap Operas, intelligent zugunsten neuer Formen der Bildungsvermittlung bzw. der relevanten Handlungsorientierungen insbesondere für die Integration von Migranten zu nutzen. Da gegenwärtig im europäischen Raum praktisch keine vergleichbaren medienorientierten Konzepte zur gezielten Vermittlung von Bildungsvoraussetzungen existieren, ist die Projektarbeit des Instituts auch von internationaler Bedeutung. Die bislang erzielten Ergebnisse veranschaulichen, dass in einer intelligenten Verknüpfung von Unterhaltung und der Vermittlung von relevanten Inhalten erfolgversprechende Perspektiven des öffentlich-rechtlichen, aber auch des privatwirtschaftlichen Fernsehens liegen.

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Vor dem Hintergrund der oben genannten wissenschaftlichen und teilweise bereits praktisch umgesetzten Arbeit (z.B. Beratung bei der Fernsehserie “Deutsch Klasse” von BR-alpha) entstand die Idee der BUNDESINITIATIVE INTEGRATION UND FERNSEHEN (BIF). Die BIF stellt eine bundesweite Plattform dar, die erstmals eine Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus Film und Fernsehen, kulturschaffenden Migranten und Vertretern der Forschung realisieren und insbesondere für das Unterhaltungsfernsehen neue Impulse vermitteln soll. Dabei geht es u.a. um jene, im oben genannten Sinne, neue Formen der Verknüpfung von Bildung und Unterhaltungsfernsehen sowie A ktivitäten zur Entgegnung von Stereotypen. Die gegenwärtig noch immer häufig anzutreffende Stereotypisierung von Migranten in Unterhaltungsformaten verhindert eine positive Identifikation der Migranten mit den medialen Darstellungen und wirkt sich insgesamt kontraproduktiv auf die intendierte Integration aus. So besteht eine wichtige Aufgabe der Bundesinitiative darin, der Perpetuierung von Stereotypen in den Medien, insbesondere im Fernsehen, entgegenzuwirken.

Die BIF wurde im Rahmen der Fachveranstaltung MEDIEN – BILDUNG – INTEGRATION am 15. Juli 2005 am ZKM gegründet und steht seit Anfang 2007 unter der Schirmherrschaft der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Professor Dr. Maria Böhmer. Mehr über das Projekt und dessen Entwicklung…