Wirtschaftsministerium fördert Ausbildungskampagne im türk. Fernsehen

12 Apr 2014 Termine | News Keine Kommentare

Wirtschaftsminister Ernst Pfister und ZKM-Vorstand Prof. Peter Weibel stellen erweiterte Medienkampagne mit Kurzfilmen vor, um türkische Betriebe für Berufsausbildung zu gewinnen.
Karlsruhe / Stuttgart, 14.07.2010. Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister will türkische Betriebe in Deutschland über eine Medienkampagne mit Kurzfilmen im türkischen Fernsehen verstärkt für eine berufliche Ausbildung gewinnen. „Von den rund 13.000 türkischen Betrieben in Baden-Württemberg bilden nur knapp 2.000 aus. Die bisherige Ausbildungsquote bei türkischen Betrieben liegt damit nur halb so hoch wie die Durchschnittsquote aller Betriebe. Vielen türkischen Betriebsinhabern ist die Möglichkeit auszubilden offenbar nicht hinreichend bekannt“, erläuterte Minister Pfister heute im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karls-ruhe, wo er gemeinsam mit Prof. Peter Weibel, Vorstand des ZKM, das Projekt der Öffentlichkeit vorstellte.

Nach den Worten Pfisters liege hier noch ein Potenzial, von dem insbesondere jugendliche Ausbildungssuchende mit Migrationshintergrund profitieren könnten. Mit Filmen, in denen erfolgreiche türkische Unternehmerinnen und Unternehmer über ihre Ausbildungsmotivation und -aktivitäten berichten, solle über das türkische Fernsehen die Beteiligung der Unternehmen an der Berufsausbildung gesteigert werden.

Bereits am 1. Juli begann ATV, einer der größten türkischen Sender, die neuen Filme zu den besten Sendezeiten auszustrahlen. Mit dem bundesweit einzigartigen Projekt wird angeknüpft an ein Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2009, in dem insgesamt 14 Kurzfilme mit türkischstämmigen Fachkräften produziert wurden, um über das deutsche Bildungssystem zu informieren. Auch diese Filme werden von ATV insgesamt über 70 Mal in türkischer Sprache mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt.

Die Zuschauer werden im Rahmen der Kampagne über das türkische Fernsehen zum Thema Berufsbildung angesprochen und zu den näheren Erklärungen auf eine zweisprachige Internetseite geführt: www.zkm.de/agacyasikenegilir. Dazu Prof. Weibel: „Das türkische Fernsehen wird von uns in seiner Bedeutung als zentrales Medium der in Deutschland lebenden Migranten mit türkischem Hintergrund anerkannt und in einem Kommunikationskonzept zugunsten der Verbesserung ihrer Bildungssituation mit den Stärken des Internets verknüpft.“ Außerdem fördert das Wirtschaftsministerium die weitere Verbreitung der bisher produzierten Filme über Veranstaltungen von Wirtschaftsorganisationen, bei türkischen Vereinen und an Schulen, die Evaluation der Wirkung der ausgestrahlten Filme durch Befragung von türkischstämmigen Haushalten, eine Fachveran-staltung am 21. und 22. Oktober 2010 im ZKM in Karlsruhe und die Publikation einer Broschüre sowie den Ausbau des Internetangebots. (www.zkm.de/agacyasikenegilir)

Träger ist jeweils das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM).

Pfister erläuterte: „Hintergrund unserer Bemühungen um die Stärkung der beruflichen Ausbildung von türkischen Betrieben und Auszubildenden ist der drohende Fachkräftemangel“. Aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen – bis 2020 werden knapp 20 Prozent weniger die Schulen verlassen – müsse jeder Jugendliche für eine berufliche Ausbildung oder ein Studium gewonnen werden. Bei Migrantenjugendlichen, die bisher unterdurchschnittlich ausgebildet seien – die Ausbildungsbeteiligungsquote deutscher Jugendliche betrage 67 Prozent, diejenige ausländischer Jugendlicher 48 Prozent – bestünde noch eine besondere Herausforderung, die zugleich auch eine Chance sei.

Die Laufzeit des Projektes ist vom 15.05.2010 bis zum 31.03.2011.
Die Förderung des Wirtschaftsministeriums beträgt rund 128.000 Euro.

Der erste neue Kurzfilm kann auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums betrachtet werden unter www.wm.baden-wuerttemberg.de sowie auf der Projektseite www.zkm.de/agacyasikenegilir.

Das neue Fernsehprojekt ergänzt bereits bestehende Bemühungen des Wirt-schaftsministeriums, die Ausbildungsquote von Migrantenbetrieben zu erhöhen. So werden außerdem in vier Regionen Ausbildungswerber mit eigenem Migrati-onshintergrund gefördert, die gezielt Migrantenbetriebe aufsuchen und über Ausbildungsmöglichkeiten werben und informieren.

Kontakt ZKM | Karlsruhe
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Kontakt Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg:
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